Die Zecke

Die bekannteste Zeckenart in Deutschland ist der Holzbock oder lateinisch Ixodes ricinus. Vögel, Mäuse und andere Tiere bringen ihn aus dem Wald oder Feld auch in unsere heimischen Gärten.

Nach einem Saugakt, der bis zu 9 Tagen dauern kann, lässt sich die Zecke einfach fallen und wartet auf Gräsern oder im flachen Unterholz auf ihren nächsten Wirt. Über das Haller’sche Organ, ein besonderes Sinnesorgan der Zecke, erkennt sie ihr nächstes „Opfer“. Sie lässt sich schon bei einer leichten Berührung von Gräsern oder Blättern abstreifen…

Gestochen wird dann dort, wo es warm und die Haut dünn ist – zum Beispiel in den Kniekehlen, unter den Armen oder im Leistenbereich.  

Zecken brauchen nur drei Mal in ihrem Leben Nahrung und zwischen diesen Mahlzeiten können Monate liegen – allerdings können sie beim Einstich und beim Saugen ernstzunehmende Krankheiten übertragen und immer mehr Zecken tragen die Krankheitserreger in sich, sodass ein Schutz vor Zeckenstichen immer wichtiger wird.


Krankheiten

Zecken können eine Vielzahl von Krankheiten übertragen. Die bekanntesten und häufigsten Krankheiten sind die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME).  

Während sich die FSME derzeit noch auf bestimmte Risikogebiete beschränkt, kann man sich leider überall in Deutschland mit Borreliose infizieren. Die Zahlen nehmen stetig zu – immer mehr Zecken sind mit den Bakterien infiziert.

In den Medien wird oft von einer "Zecken-Impfung" gesprochen. Dadurch fühlen sich viele Menschen sicher, oder Eltern glauben, dass ihr Kind komplett geschützt ist. Eine "Zecken-Impfung" gibt es jedoch leider NICHT! Die vorhandene Impfung ist momentan nur gegen FSME möglich, sie schützt jedoch nicht vor Borreliose! Daher sind ein Schutz vor Zeckenstichen und das richtige Entfernen der Zecke nach einem möglichen Zeckenstich sehr wichtig.


Borreliose - Gefahr in ganz Deutschland


Borreliose wird mit den Ausscheidungen der Zecke übertragen und gelangen i.d.R. erst nach ca. 12-24 Stunden in den menschlichen Körper. Zwischen 10 und 50 % der heimischen Zecken sind Träger der Borrelien. 

In Deutschland infizieren sich pro Jahr ca. 240.000 Menschen mit Borreliose. Die Diagnose ist aufgrund der Vielfalt der Symptome vor allem im fortgeschrittenen Stadium schwierig, wenn der Zeckenstich nicht bemerkt wurde.

Der klassische Krankheitsverlauf wird in drei Stadien unterteilt, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Einziges eindeutiges Symptom des ersten Stadiums ist die Wanderröte (die aber nicht zwangsläufig auftritt).

Auch Grippesymptome, Müdigkeit und Fieber können eine Infektion ankündigen. Im zweiten Stadium kann es nach Wochen oder Monaten zu Gelenkentzündungen, Komplikationen des Zentralnervensystems oder des Herzens kommen. Lähmungen, Hirnhaut- oder Entzündungen des Herzmuskels sind möglich. Nach Monaten bis Jahren kann das dritte Stadium einsetzen: Chronische Gelenkbeschwerden, fortschreitende neurologische Beschwerden und Hautveränderungen können auftreten.

Arthritis und Muskelentzündungen können die Folge einer Borreliose-Infektion sein. Nicht alle Erkrankten durchlaufen jedes Stadium und leiden an den Symptomen. Die Borreliose kann in jedem Stadium ausbrechen, spontan ausheilen oder aber chronische Beschwerden hinterlassen.

Für genauere Beratungen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt!

FSME - Frühsommer-Meningoenzephalitis

Der FSME-Virus wird über die Speicheldrüsen der Zecke übertragen und gelangt sofort nach dem Stich in den Körper. Je nach Verbreitung liegt das Risiko, sich durch einen Zeckenstich zu infizieren, bei 1:25 bis zu 1:100.

Besonders Regionen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz sind betroffen, ebenso weite Teile Ost- und Südeuropas. FSME ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems, eine Hirnhaut-Entzündung, die in Einzelfällen zu schweren Behinderungen oder zum Tode führen kann.

Meist beginnt sie wie eine Sommergrippe, später führt sie jedoch zu schweren neurologischen Schäden. Dank Impfungen und einer weniger starken Verbreitung als beim Borreliose-Erreger sind FSME-Erkrankungen allerdings eher selten.


Zeckenstich - Was tun?

Hilfe, eine Zecke! Kein Grund zur Panik! 


Aber jetzt sollte die Zecke schnell entfernt werden – dann lässt sich eine mögliche Borreliose- Infektion noch verhindern. Ist eine Zecke infiziert, übertragen sich die Bakterien meist etwa 12-24 Stunden nach dem Stich.

Aber: Finger weg von Hausmittelchen. Ob Kleber, Öl oder Alkohol – diese Methoden sind völlig veraltet und gefährlich: Die Zecke erbricht die Erreger in die Wunde. Dies passiert auch, wenn sie zerquetscht wird.

Benutzen Sie eine spezielle Zecken-Pinzette oder eine Zeckenkarte. Mit der mosquito® Zecken-Karte heben Sie die Zecke vorsichtig aus ihrer Stichstelle, ohne sie zu quetschen

Die Zecke hat KEIN Gewinde! Daher darf eine Zecke nicht rausgedreht werden, sondern wird gerade nach oben herausgezogen. Nach der Entfernung die Einstichstelle zur Sicherheit desinfizieren.

Beobachten Sie die Einstichstelle in den nächsten Tagen. Sollte sich um die Einstichstelle ein roter Fleck bilden, könnte dies das erste Anzeichen einer Borreliose-Infektion sein. Bitte gehen Sie dann umgehend zum Arzt.

Um herauszufinden, ob von der Zecke überhaupt eine Gefahr von Borreliose oder FSME ausgeht, ist es auch möglich, die Zecke in einem Labor testen zu lassen. Falls die Zecke keine Borrelien oder Viren in sich trägt, ist eine Erkrankung auszuschließen.

 


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